Die 10 schönsten Bike-Touren der Alpen

Alpenraum / Entlang von Flüssen, über Bergpässe oder durch wilde Täler. Mehrtägige Trekking-Biketouren lassen uns die ganze Schönheit der Alpen erleben. Und das alles aus eigener Kraft. Sollten allerdings die Kilometer oder Höhenmeter dann doch einmal zu anspruchsvoll werden, greift man ganz einfach auf den Komfort akkubetriebener E-Bikes zurück. Spätestens mit ihnen werden auch lange Routen zu echten Genuss-Erlebnissen. Dabei durchfährt man häufig verschiedene Regionen, die allesamt mit ihrem ganz eigenen Charme locken. Kombiniert mit Sehens- würdigkeiten am Wegesrand, lokaler Küche und gelebter Gastfreundschaft, werden kleine und große Trekkingabenteuer unvergesslich. Egal, ob vor der eigenen Haustür, oder einmal quer über die Alpen: Wir stellen die zehn eindrucksvollsten Trekkingrouten vor.

Autor: Benni Häfner

KAT Bike: Der wohl schönste Weg, um die Kitzbüheler Alpen zu erfahren!

In verschiedenen Varianten werden die schönsten Plätze der Region angesteuert. Dabei warten bis zu 163 Kilometer und 4.812 Höhenmeter. Aber keine Sorge: Wer die Tour gemütlich angehen lassen will, wählt die E-njoy-Variante. Sie setzt vor allem auf Genuss und eindrucksvolle Bike-Erlebnisse in der charmanten Berglandschaft der Kitzbüheler Alpen. E-Biker mit geringer technischer Erfahrung kommen dabei voll auf ihre Kosten. Verdienen muss man sich die Tour allerdings dennoch. Eine gute Grundkondition ist für die 3.591 Höhenmeter allemal nötig. Die Tour startet in Mariastein oder Angerberg, führt über Hopfgarten und die Kelchsau mit ihren urigen Bauernhöfen in die Hinterwindau. Von dort geht es über Kirchberg und Kitzbühel nach Oberndorf. Die letzte Etappe verläuft über Kirchdorf nach Waidring, vorbei am schönen Pillersee zum Etappenziel nach Fieberbrunn. Der KAT Bike E-njoy führt in ruhige Seitentäler mit grandiosen Ausblicken und herrlicher Ruhe, durch belebte Ortschaften mit vielseitigen Einkehrmöglichkeiten und immer wieder vorbei an Möglichkeiten, sich durch ein kühles Nass, wie kleinen Bächlein, Kneippanlagen oder Seen zu erfrischen.

Sportlicher geht es mit der Sport+-Variante. Hier liegt der Fokus auf aussichtsreichen Gipfeln und kniffligen Trails. Für die rasanten Abfahrten ist eine gute Technik nötig. Dann wird der KAT Bike zum dreitägigen Bike-Erlebnis der Superlative. Gestartet wird die Tour in Hopfgarten und hier zeigt sie auch gleich, was sie zu bieten hat: es geht hinauf auf die Kleine Salve und Hohe Salve, wo ein unglaublicher Weitblick auf die Biker wartet. Anschließend führt der KAT Bike nach Brixen im Thale, von hier über das Spertental nach Kitzbühel und Oberndorf. Weiter geht es über den Harschbichl mit dem Kitzbüheler Horn im Blick nach St. Johann in Tirol, Kirchdorf und weiter – wie der KAT Bike E-njoy – nach Waidring und St. Ulrich am Pillersee. In Fieberbrunn führt der letzte Anstieg zur Lärchfilzhochalm und Mittelstation Streuböden, bevor es ans Etappenziel im Ort Fieberbrunn geht.

Die Inklusivleistungen machen das Programm rund: Vier Hotelübernachtungen, Halbpension oder Frühstück, detaillierte Wegbeschreibung, selbstverständlich Gepäcktransport für unbeschwerte Momente im Sattel und die Rückreise zum Startpunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Alles drin! Höher, schneller, weiter? Kann doch jeder! Auf dem KAT Bike geht es um mehr, als nur Höchstleistung und Rekorde. Es geht um das pure Erlebnis. Um die Freude, die Natur in all ihren Facetten zu genießen. Und es geht darum, die Fahrt mit jedem Atemzug und jedem Tritt in die Pedale mit allen Sinnen zu erleben. Sein eigenes Tempo finden. Und darum, frei zu werden. Im Kopf. Und im Herzen.

Bodensee-Königssee-Radweg: Südbayerns Highlights sportlich entdecken – mit dem Fahrrad entlang des Fernradwegs von Lindau bis Schönau am Königssee.

Wer Südbayern aktiv erleben möchte, für den bietet sich eine beeindruckende Möglichkeit: Eine Radtour über 455 Kilometer – von Lindau am Bodensee bis nach Schönau am Königssee. Diese Route ist wie geschaffen dafür, die faszinierende Voralpenlandschaft und ihre weltbekannten Kulturschätze aus nächster Nähe zu entdecken – und das alles aus dem Fahrradsattel heraus. Entlang des nördlichen Alpenrandes führt der Weg durch die reizvollen Ferienregionen Allgäu und Oberbayern.

Auf der gesamten Strecke sind 3.445 Höhenmeter zu überwinden – ein stetes Auf und Ab, das mit atemberaubenden Ausblicken auf die Alpenkulisse reichlich belohnt wird. Die Tour verläuft durch idyllische Dörfer, malerische Kleinstädte und traditionsreiche Kur- und Heilbäder. Immer wieder laden klare Seen zu einer erfrischenden Pause ein. Gleichzeitig reiht sich ein kulturelles Highlight an das nächste – eine wahre Schatzkammer Bayerns öffnet sich entlang des Weges.

Zu den absoluten Höhepunkten zählen die weltberühmten Königsschlösser Ludwigs II., allen voran Neuschwanstein und Herrenchiemsee. Auch barocke Meisterwerke wie die Wieskirche oder das eindrucksvolle Kloster Benediktbeuern liegen direkt an der Strecke. Historisch geprägte Städte wie Füssen, Murnau, Bad Tölz und Bad Reichenhall laden zum entspannten Bummeln durch ihre erhaltenen Altstädte ein.

Kulturinteressierte kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Das Freilichtmuseum Glentleiten vermittelt eindrucksvoll das ländliche Leben vergangener Zeiten, während das Franz-Marc-Museum in Kochel am See die Kunst des 20. Jahrhunderts erlebbar macht. In Siegsdorf zeigt das Naturkunde- und Mammutmuseum die Entwicklungsgeschichte Südostbayerns – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Die Strecke verläuft größtenteils über befestigte Feld- und Wirtschaftswege sowie wenig befahrene Straßen durch sanft bis teils kräftig hügeliges Gelände. Aufgrund der teils anspruchsvollen Steigungen eignet sich der Radweg besonders für sportlich ambitionierte Radfahrer. Unterwegs sind viele Unterkünfte auf die Bedürfnisse von Radreisenden eingestellt. Wer es lieber komfortabel mag, kann die gesamte Organisation – inklusive Übernachtungen und Gepäcktransport – auch einem spezialisierten Reiseveranstalter überlassen.

Murradweg: Radreise entlang der Mur – von den Hohen Tauern bis ins kroatische Legrad: Natur, Kultur und Kulinarik im Sattel erleben!

Diese Radtour verbindet landschaftliche Vielfalt mit kulturellen und kulinarischen Entdeckungen: Vom würzigen Steirerkas über aromatisches Kürbiskernöl bis zum Wein – der Murradweg führt durch Österreichs genussreichste Regionen. Im Norden erwartet die Radreisenden ursprüngliche Natur, im Süden die Weiten der Wein- und Kürbisfelder. Mittendrin liegt Graz – als UNESCO-Weltkulturerbe und Genusshauptstadt Österreichs ein echtes Highlight der Strecke. Die rund 453 Kilometer lange Route beginnt im Nationalpark Hohe Tauern, in der Nähe des Ortes Muhr im Lungau, und verläuft in acht gut gegliederten Etappen bis ins kroatische Legrad. Trotz der beachtlichen Länge ist die Strecke größtenteils leicht zu fahren und somit auch für weniger geübte Radler geeignet. Die Mur dient dabei als ständiger Flussbegleiter – von ihrem Ursprung zwischen den Gipfeln der Tauern bis zu den weiten Auenlandschaften im Süden.

Was den Murradweg besonders macht, ist die Abwechslung entlang der Strecke: Im Norden prägen Almen, hohe Berge und klare Bergseen das Landschaftsbild. Je weiter man gen Süden kommt, desto flacher wird das Gelände, und die Szenerie wandelt sich in eine Mischung aus sanften Weinbergen, weitläufigen Kürbisfeldern und grünen Murauen. Besonders in der Südsteiermark ist der Weg gesäumt von romantischen Weinhügeln und sonnigen Badeseen, die zu einer erfrischenden Pause einladen.

Ein besonderer kultureller Höhepunkt ist Graz – nicht nur die Hauptstadt der Steiermark, sondern auch ein Zentrum für Kulinarik und Kultur. Als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2003 und Trägerin von gleich zwei UNESCO-Welterbestätten – der historischen Altstadt und dem Schloss Eggenberg – ist sie ein Muss auf der Route. Aber auch abseits der Landeshauptstadt gibt es viel zu entdecken: Historisch bedeutende Handelsorte wie Bruck an der Mur oder das charmante Bad Radkersburg mit ihren gut erhaltenen Altstädten erzählen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Zudem bieten entlang des Weges zahlreiche kulinarische Manufakturen und regionale Produzenten Einblicke in die Genusskultur der Region – von Käse über Kürbiskernöl bis hin zu edlen Weinen.

Die Mur zeigt sich dabei in all ihren Facetten – sei es als ruhiger Fluss neben idyllischen Rastplätzen, als belebender Badeort oder in Form spektakulärer Naturschauspiele wie Klammen und Tropfsteinhöhlen. So wird die Radreise entlang der Mur zu einem intensiven Erlebnis für alle Sinne – landschaftlich, kulturell und kulinarisch.

Sinnesradweg Nürnberg
Schwierigkeit: mäßig. Benötigte Kondition: mäßig. Zu erwartender Panoramablick: hoch!

So beschreibt die Outdoor- und Genussregion Nürnberger Land den Sinnesradweg. Natur, Kulturlandschaft und Geschichte, gebündelt in vier abwechslungsreichen Etappen. Insgesamt müssen sich Radler auf 1800 Höhenmeter und 160 Kilometer einstellen. Vorteil der Radrunde: Start- und Zielpunkt sind identisch! Außerdem warten entlang der Route viele Einkehrmöglichkeiten. Zudem wollen 14 ganz besondere Stationen erradelt werden.

Gestartet wird meist in Schnaittach, am Marktplatz. Hier wartet schon die erste Station, ein Fernrohr, welches einen Blick auf die Festung Rothenberg ermöglicht. Die Aufgabe: Das Abschätzen der Entfernung, der Höhe der Mauern und die Breite der Festung. Die erste der vier Etappen führt anschließend von hier bergauf durch beschauliche Dörfer mit altehrwürdigen Herrensitzen. Im weiteren Verlauf leitet die Tour in gemäßigtem Auf und Ab durch Felder, Wiesen und Wälder bis hinab ins Pegnitztal. Unterwegs wartet schon Station Nummer zwei: Diesmal muss man es sich lediglich gemütlich machen – auf dem Waldsofa im Naturpark Fränkische Schweiz. Tipp: Augen öffnen und Ohren spitzen!

Die zweite Etappe führt zunächst immer leicht bergab entlang der Pegnitz durch kleine Dörfer. Bizarre Felsen säumen den Weg zum Happurger Stausee. Dann geht es steil hinauf auf die Albhochfläche und wieder hinab ins Albachtal bis zum Etappenziel Alfeld. Ebenso mit abwechslungsreichen Stationen wartet Etappe drei und vier, die von der Fränkischen Alb ins Albvorland und weiter in den ersten Bannwald Bayerns führen. Stationen hierbei: Kirschen essen, Ausblicke genießen, sehen, fühlen, hören, riechen und schmecken. Der Sinnesradweg macht seinem Namen alle Ehre!

Bayerns Radpilgerwege: Radfahren mit allen Sinnen – und mit Sinn!

Was für Wanderer schon längst Gang und Gäbe ist, wird zunehmend auch für Radler interessant: Spirituelle Routen, idyllische Landschaften. Eine persönliche Auszeit auf dem Rad. Klingt gut, oder?

Der Markt Kaufering in Oberbayern. Ortspfarrer Jürgen Nitz weiß, das Weitwandern auch eine gute körperliche Verfassung und Kondition voraussetzt. Oft einfacher, geht es mit dem Fahrrad – und so kam ihm die Idee, das Pilgern auf dem Fahrrad als Alternative zum Fußpilgern anzubieten. Ein Team aus Kaufering hat seit 15 Jahren Erfahrungen in der Vorbereitung und der Erkundung von radtauglichen Pilgerwegen unter der Zuhilfenahme von GPS-Aufzeichnungen der Strecken und Etappen. Mittlerweile Zeichnen die Kaufringer für die Jakobusgesellschaften, für das Forum „Pilgern in Bayern“ der evangelischen Kirche und für den adfc Landsberg bayerische Jakobuswege als Radpilgerwege auf und stellen diese kostenlos im Internet Interessierten zur Verfügung. Radler können sich auf positive, erfüllende und kraftspendende Erfahrungen auf den Pilgerwegen freuen. Dabei führen die Radwege möglichst nahe an den klassischen Fußpilgerwegen entlang – keine einfache Aufgabe. Denn es galt zu erkunden, was mit dem Rad möglich ist, wo lohende Abschnitte warten, aber auch, wo völlig neue Radpilgerwege erschlossen werden mussten. Die Vorgaben hierfür: Naturnah, verkehrsarm, gefahrlos und auch für größere Gruppen befahrbar. Das Ergebnis: Mehr als 5.100 Pilger-Kilometer, die mit dem signifikanten Jakobus-Signet ausgeschildert wurden. Die GPS-Tracks können dabei kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

Wegweisend dafür waren für das Team immer die historischen „Pilger Regeln“ der Jakobuspilger, die seit Jahrhunderten auf allen Pilgerwegen gelten und bestätigt werden: „Wir brechen jeden Tag auf und erleben uns in Sonne und Regen, Kälte und Hitze, Wind und Wetter, eins mit der Erde und der Natur – dokumentiert wird dieser tägliche Aufbruch mit Stempeln in einem Pilgerpass. Wir reduzieren unser Gepäck auf das, was wir wirklich brauchen und erleben, wie wenig dies sein kann – diese Reduktion befreit, wir fahren mit leichtem Gepäck wir öffnen uns für jeden neuen Tag in seiner ganzen Vielfalt, lassen uns überraschen und beschenken. Wir entdecken die große Stille in unseren Gedanken und in unseren Herzen, jenen großartigen Moment, wenn alles in uns schweiget… Wir besuchen täglich eine „Kirche der Stille“ und bekommen jeden Tag einen Impuls zum Nachdenken und Meditieren angeboten. Und vielleicht zeigen wir im Verlauf des Pilgerweges unser Jakobus Pilger-sein durch die Jakobusmuschel in der Öffentlichkeit.

So wünschen das Team um Pfarrer Nitz eine gute Erfahrungen auf den Jakobus-Radpilgerwegen: Stille, Kraft, Weite, Gemeinschaft, eins werden mit der Schöpfung, den Körper spüren und erfüllt leben.

Innradweg: 520 Kilometer, quer durch die Alpen. Von St. Moritz, über Innsbruck, bis nach Passau.

Der Fernradweg folgt immer dem Fluss, von der Quelle, bis zur Mündung, mit leichtem Gefälle bergab. Vom rauen, mystischen Alpenpanorama der Schweiz und des Tiroler Oberlandes, durch das breite Tiroler Inntal, immer mit den grandiosen Bergen links und rechts im Blick, hinein in das flache, manchmal auch hügelige Alpenvorland Bayerns und Oberösterreichs, durch eine grandiose Aulandschaft dem Ziel, dem faszinierende Passau, entgegen. Dort wo die drei Flüsse Inn, Ilz und Donau zusammenfließen, liegt der krönende Abschluss einer abwechslungsreichen Radreise mit vielen Eindrücken. Zum Entdecken gibt es Vieles und durch die gute Anbindung an regionale Radwegenetze lohnt sich auch der eine oder andere Abstecher.

Unterwegs lernt man drei Länder kennen. Sie alle faszinieren mit unterschiedlichen Baustilen, Kulturen, Bräuchen und Traditionen. Und natürlich ändert sich auch das kulinarische Angebot, je nach dem, wie weit man auf dem Innradweg schon in die Pedale getreten hat. Entlang der Route erwartet Radler das reinste Radvergnügen. Der Weg folgt dem Fluss von dessen Ursprung im Schweizer Engadin bis zur Mündung in die Donau in Passau. In der Mitte liegt das Bike-Paradies Innsbruck. Eingebettet zwischen Nordkette und Patscherkofel lässt sich hier Radvergnügen mit Kulturgenuss verbinden: Morgens kann man entspannt dem Inn entlang radeln, nachmittags durch die Altstadt flanieren, die Hofburg besichtigen oder in einem Café mit Blick aufs Goldene Dachl pausieren. Wer den Innradweg bezwingt, überwindet auch 1.500 Höhenmeter. Meist wird auf asphaltierten Wegen geradelt, in Bayern warten auch einige Schotter-Passagen. Mit Trekking-Rädern ist der Innradweg allerdings durchweg gut befahrbar. Ab Tirol ist der Radweg sogar familienfreundlich ausgebaut.

Der Innradweg wird in verschiedenen Varianten von mehreren Radreiseveranstaltern als Pauschalradreise angeboten. Online finden sich außerdem nützliche Infos zu Unterkünften, Shuttle-Service, Fahrradwerkstätten und Tourismusinformationen.

Isarradweg: Der Isarradweg – 299 Kilometer Natur, Kultur und Genuss vom Karwendel bis zur Donau

Eine Radreise auf dem Isarradweg verspricht ein unvergessliches Erlebnis: Auf 299 Kilometern begleitet man die Isar von ihrer Quelle im Karwendelgebirge bis zu ihrer Mündung in die Donau bei Deggendorf. Dabei zeigt sich der Fluss in unterschiedlichsten Facetten – von einem wilden Gebirgsbach bis hin zum ruhig dahinfließenden Strom inmitten ursprünglicher Auwälder.

Die Isar zählt zu den eindrucksvollsten Flusslandschaften Mitteleuropas. Weitgehend naturbelassen und in vielen Bereichen erfolgreich renaturiert, bietet sie Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Wer auf dem Isarradweg unterwegs ist, hat die Möglichkeit, diese außergewöhnliche Naturlandschaft hautnah zu erleben – von der alpinen Region bis ins niederbayerische Tiefland.

Gleich zu Beginn, noch auf Tiroler Boden, offenbart die Isar ihren Ursprung: Zwischen moosbedeckten Felsen und jahrhundertealten Ahornbäumen sprudelt sie inmitten des Karwendelgebirges aus dem Boden. Von Scharnitz geht es über die grüne Grenze nach Bayern und hinein in die Alpenwelt Karwendel. Im weiteren Verlauf führt der Weg durch das bäuerlich geprägte Alpenvorland mit seinen verstreuten Weilern und blumengeschmückten Bauernhöfen – eine Bilderbuchlandschaft, wie man sie nur hier findet. Einer der Höhepunkte: Lenggries, bekannt als „Internationales Flößerdorf“, in dem die jahrhundertealte Flößerei noch heute lebendig ist. Auch in Bad Tölz begegnet man dieser Tradition – in einer der historischen Städte, die den Radweg säumen.

Die Strecke nähert sich allmählich der bayerischen Landeshauptstadt – das zunehmende Aufkommen an Radfahrern kündigt bereits München an. Nach dem Durchqueren des Englischen Gartens und der Hirschau geht es weiter in den Landkreis Freising, wo dichte Auwälder das Flussufer begleiten. Hier lebt eine erstaunlich artenreiche Tier- und Pflanzenwelt: Mit etwas Glück entdeckt man einen Biber oder bewundert blühende Orchideen am Wegrand. Kulinarisch bleibt auf dieser Tour kein Wunsch offen. Entlang der Strecke laden zahlreiche Wirtshäuser, Hofläden und Wochenmärkte dazu ein, regionale Köstlichkeiten zu genießen – von frischem Fisch über deftige Wurstspezialitäten bis hin zu hausgemachtem Käse oder Bauernhofeis. Wer mag, packt sich einen Picknickkorb und genießt die Produkte direkt an einem der vielen lauschigen Plätze am Wasser.

Der Isarradweg endet schließlich im Mündungsgebiet der Isar: Die Hauptroute führt bis zur Donaufähre bei Thundorf, alternativ kann man auch Deggendorf als Ziel ansteuern. Für alle, die ihre Radreise lieber komfortabel gestalten möchten, gibt es die Möglichkeit, Übernachtungen und Gepäcktransport einem erfahrenen Reiseveranstalter zu überlassen. Entsprechende Angebote sind online leicht zu finden – so wird die Tour zur idealen Kombination aus Aktivurlaub und entspanntem Naturgenuss.

Ammer-Amper-Radweg: 200 Kilometer Radgenuss zwischen Fluss, Kultur und Natur

Der Ammer-Amper-Radweg schlängelt sich auf etwa 200 Kilometern durch das malerische bayerische Alpenvorland – stets entlang der Flüsse Ammer und Amper. Startpunkt ist das Quellgebiet der Ammer im idyllischen Graswangtal, eingebettet ins Naturschutzgebiet Ettaler Weidmoos. Von dort geht es zunächst nach Oberammergau, berühmt für seine Passionsspiele, und weiter durch den Naturpark Ammergauer Alpen. Die Strecke führt durch die sanft gewellte Hügellandschaft des Pfaffenwinkels, die für ihre zahlreichen Kirchen, Klöster und kunsthistorischen Schätze bekannt ist.

Über Orte wie Peiting und Peißenberg gelangt man schließlich in die traditionsreiche Stadt Weilheim. Kurz darauf lockt der Ammersee mit Möglichkeiten zum Baden, Spazieren und Schifffahren. Ab hier folgt der Weg dem Verlauf der Amper, die durch artenreiche Auenlandschaften und vorbei an kulturhistorisch bedeutsamen Städten wie Fürstenfeldbruck, Dachau und Freising fließt. Die Tour endet in Moosburg, wo die Amper in die Isar mündet – und der Anschluss an den Isar-Radweg möglich ist.

Dank ihrer guten Ausschilderung, durchgehend asphaltierten Wege und dem ruhigen Verkehrsaufkommen ist die Route ideal für Familien, gemütliche Genussradler und kulturinteressierte Reisende. Die vom ADFC mit vier Sternen zertifizierte Qualitätsroute punktet außerdem mit über 40 fahrradfreundlichen „Bett & Bike“-Betrieben, die entlang der gesamten Strecke komfortable Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Zusätzlich ist der Radweg hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und vernetzt mit weiteren bedeutenden Radwegen wie dem Ammersee-Radweg, der Via Claudia Augusta sowie dem Bodensee-Königssee-Radweg, der bereits in Oberammergau erreicht wird.

Auch für Naturfreunde hat der Radweg einiges zu bieten: Schon zu Beginn der Tour beeindruckt das kühle Quellgebiet der Ammer, wo zwischen Moosflächen und Felsen das Wasser aus dem Boden tritt. Bei Saulgrub passiert man den spektakulären Ammerdurchbruch – eine canyonartige Schlucht, die der Fluss über Jahrtausende geformt hat. Oberammergau wiederum begeistert Kulturfreunde mit seinen farbenfrohen Lüftlmalereien und traditioneller Handwerkskunst.

E-MTB-Transalp Ehrwald-Gardasee: Mit bikeAlpin über die Alpen

Die E-MTB Transalp von Ehrwald zum Gardasee ist die ideale Tour für alle, die eine entspannte, aber dennoch abwechslungsreiche Alpenüberquerung erleben möchten. Sie gehört zu den leichtesten Varianten im Angebot von BikeAlpin und eignet sich perfekt für E-Mountainbike-Einsteiger sowie für sportlich ambitionierte Fahrer, die täglich zwischen zwei Routen wählen möchten. Die insgesamt sechstägige Tour beginnt am Fuß der Zugspitze im Tiroler Ehrwald und endet am Ufer des Gardasees – mit unvergesslichen Ausblicken, kulinarischen Highlights und landschaftlicher Vielfalt. Die Tour ist auch als GPS Variante buchbar.

Zur Auswahl stehen zwei parallele Streckenvarianten: die extra-leichte Route mit rund 4.350 Höhenmetern und 355 Kilometern sowie die leichtere, aber sportlichere Variante mit etwa 6.910 Höhenmetern auf 368 Kilometern. Die Teilnehmer können sich jeden Tag flexibel entscheiden, welche Strecke sie fahren möchten, ganz unabhängig von der Gruppengröße. Beide Varianten verlaufen meist getrennt, treffen sich jedoch abends im selben Hotel, wo auch gemeinsam gegessen wird. Die Tagesetappen führen über bekannte Passstraßen wie den Fernpass oder Reschenpass, durch malerische Täler wie den Vinschgau und über Panoramawege mit Blick auf Apfelplantagen, Weinberge und glasklare Seen. Während die leichtere Strecke überwiegend über Radwege, Schotterpisten und Nebenstraßen führt, bietet die sportlichere Variante zusätzliche Höhenmeter und gelegentliche Trails mit technischem Anspruch, bleibt dabei jedoch stets gut fahrbar.

Die Unterbringung erfolgt in komfortablen Hotels der Drei- bis Vier-Sterne-Kategorie, meist im Doppelzimmer mit eigenem Bad. Im Preis inbegriffen sind ein tägliches Frühstück, vier gemeinsame Abendessen, der
Gepäcktransport von Hotel zu Hotel, zwei erfahrene Bike-Guides sowie der organisierte Rücktransfer im klimatisierten Reisebus zum Ausgangspunkt. Die Anreise nach Ehrwald erfolgt eigenständig, wahlweise mit dem Auto oder der Bahn; Parkmöglichkeiten stehen vor Ort zur Verfügung.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein E-Mountainbike – ob Hardtail oder Fully spielt keine Rolle. Wer technisch einfache, aber landschaftlich eindrucksvolle Strecken sucht, findet mit dieser Tour eine perfekte Mischung aus Genussradeln, sportlicher Herausforderung und urlaubsreifem Komfort. Sechs Etappen, zwei Leistungsniveaus, ein Ziel: die Ankunft am Gardasee – begleitet von professioneller Organisation und dem Gefühl, das Abenteuer Alpenüberquerung gemeistert zu haben.

www.bikealpin.de

WestalpenCross Genfersee-Mittelmeer: Mit bikeAlpin ans Mittelmeer

Die WestalpenCross-Transalp von Martigny am Genfersee bis ans Mittelmeer bei Ventimiglia ist die majestätische Krönung unter den BikeAlpin-Touren, ideal für konditionsstarke Singletrail-Liebhaber. Auf einer Strecke von rund 619 Kilometern mit etwa 19 224 Höhenmetern führt sie durch die einsame, hochalpine Landschaft der Westalpen – vom Mont‑Blanc‑Massiv über den Monviso bis zu den Seealpen. In zehn anspruchsvollen Biketagen gilt es, steile Trailaufstiege, lange Singletrail-Abfahrten sowie zahlreiche Schiebe- und Tragepassagen zu meistern.

Die geführte Tour umfasst eine sorgfältig geplante Mischung aus Übernachtungsarten: Eine Nacht im komfortablen Vier-Sterne-Hotel, in einem „Posto Tappa“ in Mehrbettzimmern und eine letzte Übernachtung auf einer urigen Berghütte. Im Paket sind elf Frühstücke und sechs Abendmenüs enthalten, zusätzlich übernimmt bikeAlpin den Gepäcktransport, stellt einen erfahrenen Guide und sorgt fürs Wohl im klimatisierten Rücktransferbus.

Die Etappen gestalten sich beeindruckend abwechslungsreich: Am ersten Tag erfolgt die individuelle Anreise nach Martigny, gefolgt von Tourbesprechung und Abendessen. Dann beginnt das Abenteuer: über Trails hinauf zum Col du Grand Ferret, rasante Singletrail-Abfahrt zum Rifugio Elena und weiter entlang der imposanten Felswände der Grandes Jorasses. Nach weiteren hochalpinen Tagen mit Flowtrails im Val Veney und Schiebepassagen zum Col de la Seigne, wird das Maurienne-Tal durchfahren. Anspruchsvolle Trails am Mont Thabor folgen ebenso wie malerische Hochtäler bis zum höchsten Punkt der Tour am Pic Malrif auf 2 906 Metern. Hier beginnt ein spektakulärer, fast 17 km langer Trail hinab nach Abries. Auf der Etappe zum Monviso-Pass öffnet sich zuerst ein majestätisches Panorama, bevor wilde Singletrails, teilweise über alte Militärstrecken, durch abgeschiedene Täler führen. Darauf folgen kraftzehrende Aufstiege, Höhenwege und alpine Passagen auf der Ligurischen Grenzkammstraße, von welcher der Blick bis hinunter ans Meer reicht. Schließlich endet die Transalp mit einer letzten Abfahrt durch spektakuläre Singletrails ins ligurische Ventimiglia, wo das Mittelmeer zum ersehnten Abschlussbad und Feierstimmung einlädt. Nach dem Frühstück am letzten Tag erfolgt der Rücktransfer mit Ankunft am Ausgangspunkt Martigny gegen 15 Uhr.

Wer diese Transalp wählt, braucht nicht nur ein leichtes Mountainbike (am besten Fully), sondern auch eine ausgezeichnete Kondition, sichere Trailtechnik und Trittfestigkeit bei langen Schiebe- und Tragestrecken. Wer jedoch bereit ist, sich der Herausforderung zu stellen, erlebt eine unvergessliche Reise durch die Grandeur der Westalpen – gewürzt mit Abenteuer, Abgeschiedenheit und Flow, durch atemberaubende Landschaften und schließlich mit dem berauschenden Blick auf das Mittelmeer als krönendem Finale.

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