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Rebike
2018, in der Nähe von München. Der passionierte Radrennfahrer Sven Erger schraubt in einer Garage an insgesamt 30 gebrauchten E-Bikes, bringt die Räder auf Vordermann. Die Idee: Den Fahrradmarkt in Deutschland aufrütteln. Acht Jahre später ist Rebike eines der größten Recommerce-Unternehmen für Bikes und betreibt Europas modernstes E-Bike Refurbishment Center in Kempten. Mit Vorteilen für alle. Wie es dazu kam? Warum Rebike damit einen wertvollen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet? Und wieso die dadurch entstandenen Jobs in Kempten nicht nur zukunftssicher, sondern auch noch äußerst beliebt sind? Die Outdoor History klärt auf.
„Wir waren eine richtige Garagenfirma!“
Eigentlich ist Sven Erger studierter Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieur. Dass er aber einmal quer durchs Land fahren würde, um auf Ebay Kleinanzeigen eigenhändig 30 gebrauchte E-Bikes zu kaufen, dass hätte er wahrscheinlich selbst nicht geglaubt. Der Plan aber geht auf: Gemeinsam mit Serial Entrepreneur und Investor Thomas Bernik legt er an diesem Tag den Grundstein. Mit Putzlappen und Schmieröl in der Hand. „So wie man sich eben ein Start-Up vorstellt!“
Die Idee dahinter ist simpel: Erger stört nicht nur, dass die Bikes auf Online-Plattformen häufig in ungewissem Zustand sind, nur schlechtes Bildmaterial verfügbar ist. „Ohne Garantie fehlte damals schlicht die Sicherheit beim Online-Gebrauchtkauf.“ Und gerade das werde bei modernen E-Bikes, mit Akku, Elektromotor und firmenspezifischer Software immer wichtiger.
Infos unter
career.rebike.com
28. Juni 2018
Der große Tag! Viel Motivation und Herzblut haben die beiden Gründer in ihre neue Plattform gesteckt, als Rebike 2018 online geht. Nur fünf Stunden später ist das erste Rad verkauft. Ein Erfolgserlebnis. Und neben dem ersten Rad gerät auch ein Stein ins Rollen. Denn Erger und Bernik treffen voll ins Schwarze. „Wer sich für ein refurbished Bike entscheidet, trifft nicht nur eine smarte Entscheidung für sich selbst, sondern auch für die Umwelt“, erwähnt Bernik.
Kein Wunder also, dass das Unternehmen durch die Decke geht. 2023 wechseln 12.000 Rebikes den Besitzer. Dieses Jahr werden mehr als 40.000 Rebikes refurbished und gehen in den Verkauf. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Räder kosten im Schnitt nur noch etwa 60 % des Neupreises. Die Auswahl ist riesig, denn Rebike arbeitet herstellerübergreifend – vom E-Lastenrad bis zum Downhill-Fully. Und das Beste: Zwei Jahre Garantie auf Akku und Motor. „Nun können Käufer auf einer Plattform zwischen den verschiedensten Modellen wählen und mit nur einem Klick sicher kaufen.“
Sicherheit geht vor
Sicher verkaufen? Um diesen Anspruch tatsächlich erfüllen zu können, mussten die beiden Pioniere kreativ werden. Das völlig neue Tätigkeitsfeld fordert neuartige Lösungsansätze. Der gesamte Refurbishment-Prozess wurde vom TÜV Rheinland als „Geprüfter Prozess“ auditiert. Damit wird sichergestellt, dass die technische Funktionalität, Zuverlässigkeit und Sicherheit von Bikes wiederhergestellt wird. In der 3.000 Quadratmeter großen Werkhalle prüft man auf Herz und Nieren. Geprüft werden Motor, Akku, Softwareupdates, Reifen und Bremsen. Alles wird erfasst. Jeder der über 100 Arbeitsschritte ist klar definiert und digital dokumentiert. Wo nötig, wird ausgetauscht und repariert. Einzig Elektromotoren und Akkus werden außer Haus aufgearbeitet. Optische Mängel werden meist belassen, dafür aber klar ausgezeichnet.
Sinnstiftend – Für Mensch und Umwelt
„Durch unseren zirkulären Ansatz bei Rebike tragen wir dazu bei, wertvolle Ressourcen zu schonen und Elektroschrott zu vermeiden. Wir geben E-Bikes ein zweites Leben. Dieser Prozess sorgt nicht nur für eine geringere Umweltbelastung, sondern ermöglicht es unseren Kunden, ein hochwertiges E-Bike zu einem attraktiveren Preis zu erwerben.“ Der Leitgedanke lautet: „Keep it Rolling“ – für eine nachhaltigere Zukunft und einen effizienteren Umgang mit Ressourcen.
Dabei zählen für die beiden Rebiker keineswegs nur Verkaufszahlen und Nachhaltigkeit zum Erfolgsrezept: Dass nach nur acht Jahren mehr als 200 Mitarbeitende beschäftigt werden können, zeigt zweifelsfrei, dass sich Rebike auch als regionaler und zukunftsorientierter Arbeitgeber präsentiert. Rebike steht für attraktive Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten: Arbeiten bei REBIKE in Kempten bedeutet, mit Premium-E-Bikes renommierter Hersteller zu arbeiten – in einem Umfeld, das höchste Präzision und Qualitätsbewusstsein verlangt. Dafür bietet das Unternehmen attraktive Rahmenbedingungen: eine Wechselprämie in Höhe eines Monatsgehalts, faire Bezahlung, monatliche Bonuszahlungen, unbefristete Arbeitsverträge sowie geregelte Arbeitszeiten. Hinzu kommen 30 Urlaubstage, ein kostenloses Mitarbeiter-Bike, regelmäßige Team-Events und ein dynamisches, innovatives Arbeitsumfeld.
Wer seine Begeisterung für Fahrräder und Technik beruflich einbringen und gemeinsam mit einem engagierten Team die Mobilität von morgen mitgestalten möchte, findet bei Rebike in Kempten also eine spannende Perspektive.
Aus Kempten in die Welt
Etwa drei Stunden und 100 Arbeitsschritte später sind die Räder in Kempten refur-
bished. Als letzte Station folgt nur noch ein weißer Studioraum, in welchem zwei Spezialkameras die generalüberholten Bikes von allen Seiten fotografieren – perfekt ausgeleuchtet. Der Nachhaltigkeitsgedanke endet für Rebike dabei nicht beim Wiederverkauf eines Rads. „Nachhaltige E-Mobilität beginnt nicht erst beim Fahren, sondern
bereits bei der Entscheidung, bestehende Ressourcen weiter zu nutzen. Jedes Rebike, welches ein zweites Leben erhält, kann potenziell eine Neuproduktion ersetzen.“ Das reduziert den Bedarf an Rohstoffen, spart Energie und vermeidet zusätzliche Transporte entlang der gesamten Lieferkette. So wird die Wiederaufbereitung zu einem konkreten und praxisnahen Baustein der Kreislaufwirtschaft.










