Hinter der Linse: Flo Falch und Chris Gollhofer
Watermelon Studios
Alpenraum / Normalerweise gibt es entweder ein Snowboard- oder ein Automotive-Shooting. Beim Shooting für den KIA EV9 konnten Flo Falch und Chris Gollhofer jedoch beides kombinieren – ein seltenes, dafür umso spannenderes Projekt. Bei WATERMELON STUDIOS liegt der Fokus auf hochwertiger Produkt- und Lifestyle-Fotografie – sei es Outdoor, im Studio oder direkt On-Location. Durch gezielte Lichtsetzung, ungewöhnliche Perspektiven und sorgfältig inszenierte Kompositionen werden beim Betrachter Emotionen ausgelöst. Jedes Bild erzählt eine Geschichte und zeigt, wie Technik, Sport und Kreativität auf überraschende Weise verschmelzen. So entstehen Aufnahmen, die Eindruck hinterlassen und noch lange nachwirken.
Autor: Benni Häfner
Advertorial Shooting für den KIA EV9 im Kaunertal.
Die Idee: Skikjöring neu interpretiert.
Sony A7IV | Sony FE 16-35mm F2.8 GM | 16 mm | f3.5 | 1/1.600 sek | ISO 320
Mehr von Chris und Flo im Internet unter:
watermelon-studios.de | www.instagram.com/watermelonstudios.de
Hallo ihr zwei. Stellt euch doch bitte kurz unseren Lesern vor.
Flo: Hey, ich bin Flo Falch, lebe am schönen Bodensee und arbeite seit über 15 Jahren als Produkt- und Werbefotograf. Zur Fotografie bin ich schon früh über meine Leidenschaft fürs Snowboarden gekommen. Der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit führte mich schnell in die Selbstständigkeit. Lichtsetzung ist meine absolute Faszination. Seit den ersten Actionshootings beim Street-Snowboarden bis heute im eigenen Foto-Studio arbeite ich mit gezielter Lichtmalerei. An der Fotografie schätze ich vor allem die Vielseitigkeit und die stetige Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.
Chris: Mein Name ist Chris, ich bin im Oberallgäu geboren und dort auch aufgewachsen. Für mein Studium und später für die Arbeit bin ich weggezogen – zunächst nach Stuttgart, dann nach München. Dort habe ich BWL studiert und anschließend in der Logistik gearbeitet, zuletzt bei einem Automobilhersteller. Irgendwann habe ich gemerkt, dass dieses Corporate Life einfach nicht meins ist, und habe den Job gekündigt, um als Fotograf zu arbeiten. Nach sieben Jahren Selbstständigkeit habe ich schließlich gemeinsam mit Flo die WATERMELON STUDIOS gegründet.
Okay, und wie habt ihr euch denn kennengelernt?
Chris: Eigentlich ganz witzig: Nachdem ich meinen Job gekündigt hatte, habe ich mir eine Auszeit in Portugal gegönnt. Auf dem Flug dorthin sprach mich aus dem Nichts ein Typ wegen meines Rucksacks an und fragte, ob ich Fotograf sei. Das war Flo, der mit seiner Freundin auf dem Weg in den Surfurlaub war. Wir haben uns den ganzen Flug über unterhalten und schnell gemerkt, dass wir ähnliche Interessen teilen – Fotografie und Surfen.
Flo: Wie es der Zufall so will, saßen wir im Flug nebeneinander, und Chris war mir auf Anhieb sympathisch. Wir haben ihn dann noch ein Stück entlang der Küste mitgenommen und Nummern ausgetauscht. Ein paar Monate später, zurück in Deutschland, sind wir in Kontakt geblieben und haben uns immer wieder zum Snowboarden oder auf einen Kaffee getroffen.
Und wie kam es dann zu WATERMELON STUDIOS?
Flo: Seit wir uns 2019 kennengelernt haben, hatten wir sowohl privat als auch beruflich immer wieder Kontakt. Dabei habe ich gesehen, dass sich Chris’ fotografische Entwicklung im Bereich Outdoor und Lifestyle genau in dieselbe Nische bewegt, die ich selbst mit meiner Studiofotografie bediene. Erst rund sechs Jahre später habe ich Chris dann gefragt, ob er Lust hätte, ein gemeinsames Projekt zu starten – weil wir uns durch unsere Arbeit als Fotografen und auch darüber hinaus wirklich gut ergänzen.
Chris: Genau. In den letzten Jahren haben wir uns zudem immer wieder Jobs gegenseitig zugespielt oder uns als Assistenzen unterstützt. So konnten wir ganz nebenbei herausfinden, wie es ist, tatsächlich zusammenzuarbeiten.
Und was steckt hinter WATERMELON STUDIOS?
Chris: Ganz grundsätzlich verstehen wir uns als Bildagentur für Firmen und Marken, bei denen Technik, Nutzung und Ästhetik zusammenkommen. Auf Wunsch entwickeln wir komplette Kampagnenkonzepte, erstellen Briefings, setzen die Shootings um und übernehmen die Post-Produktion. Genau hier liegt unser Mehrwert: Flo verantwortet die komplette Studiofotografie, während ich analog dazu den Outdoor-Part übernehme.
Flo: Am meisten Freude bereitet mir, wenn wir unsere Partner wirklich verstehen und ihre Bildwelt aktiv formen und mitgestalten. So entsteht ein konstant roter Faden in deren Außenwirkung. Ich betrachte die konzeptionelle Arbeit dabei als mindestens genauso wichtig wie die praktische Umsetzung und gezielte Streuung.
Ihr sprecht von Partnern und nicht von Kunden, wie kann man das verstehen?
Flo: Wir verstehen die Zusammenarbeit mit unseren Kunden als langfristige Partnerschaft. Nur so lassen sich deren Philosophie und Werte wirklich nachvollziehen. Das schafft Nähe, Vertrauen und die Basis, unsere Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Damit erschaffen wir Ergebnisse, die sowohl strategisch durchdacht sind und ästhetisch überzeugen.
Chris: Für mich ist es besonders wichtig, dass die Kommunikation in einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfindet. Das betrachte ich als entscheidend für ein echtes partnerschaftliches Verhältnis.
Worin liegen denn eure Stärken als Fotografen?
Chris: Meine Stärke als Outdoorfotograf liegt zum einen sicherlich in meiner Fitness. Bei beispielsweise Lauf- und/oder Mountainbike-Shootings muss ich selbst mithalten können – da kommt es schon mal vor, dass ich mehrere Kilometer mitlaufe, Kamera in der Hand. Zum anderen sehe ich meinen Blick für Komposition und Bildgestaltung als eine meiner wichtigsten Fähigkeiten.
Flo: Im Studio oder On-Location liegt meine Stärke klar in der Lichtsetzung und Lichtmalerei. Das habe ich in den letzten Jahren kontinuierlich verfeinert und perfektioniert. Ich liebe Herausforderungen und die Strukturierung großer Projekte, was mir mittlerweile viel Ruhe und Souveränität am Set und im Berufsalltag gibt. Besonders dankbar bin ich für das Vertrauen, das mir ermöglicht, unsere Berufung stimmig weiterzuentwickeln – etwa im Umgang mit KI und neuen Technologien o.ä.
Gutes Stichwort: KI und Co Wie steht ihr dazu?
Flo: KI ist heute schon Teil unseres Alltags und wird vermutlich in Zukunft noch mehr Raum einnehmen. Ich sehe Entwicklung als ein Grundbedürfnis der Menschheit. Sicher wird KI uns künftig viel Routinearbeit abnehmen, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren dürfen. Schon jetzt lässt sich in Sekunden eine komplette Bildkampagne passend für den jeweiligen Bedarf erstellen. Entscheidend bleibt dabei, genau zu verstehen, worin der wirkliche Mehrwert liegt, um die richtige Zielgruppe zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu erreichen und deren Emotionen zu erwecken.
Chris: Ich bin da zwiegespalten. Wie Flo schon sagt, erleichtert KI vieles – Erstellen von Briefings, Brainstorming, Bildbearbeitung oder Prozesse, die nichts direkt mit der Fotografie zu tun haben. Das spart enorm Zeit und ist ein klarer Mehrwert. Andererseits gibt es Tools, die ein Shooting theoretisch überflüssig machen könnten, was für uns Fotografen problematisch ist. Aber: Es braucht immer jemanden, der die KI bedienen kann. Hier knüpfe ich direkt an Flos Aussage über die „konstante Weiterentwicklung unseres Berufs“ an.
Seid ihr dann immer zusammen auf Shootings?
Chris: Grundsätzlich ist es oft sinnvoll, bei Shootings auf die Erfahrung und das Können von zwei Fotografen zurückzugreifen. Gerade
wenn es On-Location einen komplexen Lichtaufbau benötigt, ist es sinnvoll, dass Flo sich um Lichtsetzung kümmert und ich mich um den Bildaufbau. Es kommt aber auch vor, dass wir uns gegenseitig assistieren, bzw. einer fotografiert, der andere filmt. Selten gibt es Situationen, in denen tatsächlich nur ein Fotograf benötigt wird – dann übernimmt eben einer allein. Das betrifft meist Reportagen oder Event-Dokumentationen.
Wann gefällt euch ein Bild besonders gut?
Flo: Meine Aufgabe als Studiofotograf sehe ich darin, die Produkte und Dienstleistungen unserer Partner durch präzise Lichtsetzung emotional erlebbar zu machen. Wenn ein eigentlich „banales Produkt“ zum Hingucker wird und die Zielgruppe beim Betrachten emotional berührt, habe ich mein Ziel erreicht. Ich liebe den gezielten Einsatz von Spiegelungen, Streiflichtern, spannenden Perspektiven sowie die bewusste Wahl von Hintergrund, Farben, Formen und Linienführung, etc. – das ist für mich echte Kreativität.
Chris: Grundsätzlich ist die Stimmung für mich sehr wichtig. Ich finde Moody-Stimmungen sehr schön. Das vermittelt für mich mehr Freiheit und Weite. Soll aber nicht heissen, das ich „helle und freundliche“ Bilder nicht mag. Besonders spannend wird es, wenn die Kulisse interessant ist oder die Action bzw. der „Vibe“ im Bild sichtbar wird. Das macht ein Foto für mich besonders ansprechend.
Und wie geht ihr damit um, wenn ein Partner etwas ganz anderes will als ihr?
Chris: Kommunikation is key. Eine Firma kommt ja auf einen zu, weil sie die Arbeit interessant und ansprechend findet und sich vorstellen kann, dass die Bildsprache des Fotografen gut zu ihren Produkten passt. Das ist für mich die Grundvoraussetzung. Wenn man sich dann gemeinsam unterhält und später ein Briefing erstellt, tauscht man Ideen und Vorstellungen aus – so baut man sich einen gemeinsamen Fahrplan auf. Wenn man sich aber nicht einig wird oder man das Projekt nur mit Bauchschmerzen umsetzen wird, sollte man vielleicht in Erwägung ziehen, das Vorhaben nicht gemeinsam umzusetzen. Das gilt für beide Seiten.
Flo: Meiner Meinung nach hat jeder von uns seine ganz individuellen Stärken und Lernpotenziale. Wenn das angestrebte Ziel zwischen unserem Partner und uns als Dienstleister klar definiert ist, kann ich auf dem Weg dahin sehr viel lernen. Deshalb bin ich ein großer Freund
offener Kommunikation und individueller Projektplanung, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. So bleibt als Fotograf kaum Raum für Fehler. Es gab auch schon Situationen, in denen wir das gesamte Projekt während der Planung an einen passenden Dienstleister vergeben haben – deswegen schätze ich ein gutes Netzwerk an Kollegen sehr.
Was waren bisher eure wichtigsten Meilensteine oder Highlights in eurer Karriere?
Flo: Die schönsten und wichtigsten Projekte entstehen für uns immer aus dem Vertrauen unserer Partner. Wir hatten schon mehrfach das Glück, über längere Zeit neue Aufnahmetechniken und Methoden für sie zu entwickeln.
Chris: Für mich sind die Highlights vor allem die Reisen und Orte, die ich durch die Projekte besuchen durfte – Orte, an die ich ohne Kamera wohl nie gekommen wäre. Teilweise auch außerhalb Europas, wie zum Beispiel Kalifornien. Das empfinde ich als eines der größten Geschenke dieses Berufs.
Flo, was meinst du mit neue Aufnahmetechniken und Methoden?
Flo: Für eine große Radmarke bekam ich die Aufgabe, perfekt ausgeleuchtete 360°-Fotos ihrer Räder zu entwickeln. Gleichzeitig sollten Produktfreisteller für Print entstehen. Nach einem Jahr Entwicklungszeit hatten wir eine Anlage geschaffen, die eine effiziente und reibungslose Arbeitsweise ermöglicht – so können wir große Stückzahlen in bester Qualität in kurzer Zeit liefern. Einige Jahre später, zu Corona, hatten wir einen ähnlichen Auftrag für einen Wohnmobil-Partner – Entwicklung von virtueller Begehung in Fahrzeugen in einer bis dahin nicht erreichten Qualität und technischen Dimension. Auch in Zukunft freuen wir uns darauf, neue Denkansätze und innovative Lösungen für unsere Partner zu erschaffen.
Würdet ihr Dinge aus heutiger Sicht anders angehen?
Chris: Das ist gar nicht leicht zu beantworten. Alles, wie es passiert ist, hat uns zu dem heutigen Stand geführt – und darüber bin ich sehr zufrieden.
Flo: Kurz und knapp – Nein. Ich bin genau jetzt an diesem schönen Ort, mit all diesen wunderbaren Menschen. Meine Erfahrungen und Erlebnisse haben mich hierhergeführt. Diese Freiheit erlaubt mir ein authentisches und ruhiges Leben – für mich und mein Umfeld.


















