Berliner Hütte – Die Grande Dame des Zillertales
Eine Hütte mit Geschichte
Hoch oben im Herzen der Zillertaler Alpen, zwischen Gletschern und Geschichte, thront auf 2.042 m die Berliner Hütte. Sie ist keine gewöhnliche Berghütte – nein, sie ist eine alpine Legende. Sie ist einfach ein Ort, der berührt und einem eine kleine Zeitreise in vergangene Zeiten bietet.
Autorin: Silvia Schlögel
Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal von der Berliner Hütte gehört. Nach einem Blick ins Internet war mir vollkommen klar, da muss ich hin. Gesagt, getan und schon die Anreise in das wunderbar gelegene Zillertal über den Sylvensteinspeicher, entlang am herrlichen Achensee, ist die Tour schon wert. Dann erst die Wanderung hoch zur Hütte, dieser abwechslungsreiche Weg ist wunderschön. Umgeben von tosenden Wasserfällen und den herrlichen Gipfeln der Zillertaler Berge geht es mitten durch prächtig blühende Almwiesen, mit gemütlich grasenden Kühen, zur Berliner Hütte. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.
Und dann steht sie endlich da
Doch mit jedem Meter stieg die Spannung bei der 9 km langen Wanderung, wie denn nun die Hütte in Wirklichkeit aussieht. Nur die letzten 100 Höhenmeter der insgesamt 700 Hm, die zu bewältigen sind, gehen dann über einen kleinen Fußweg. Erst 100 Meter vor dem Ziel ist es dann soweit und plötzlich steht sie vor dir, diese imposante Hütte – eingebettet zwischen Gipfeln und Gletschern, mitten in den Zillertaler Alpen. Mir ging es wie den meisten Wanderern, die mit mir unterwegs waren, man hält einfach inne, um diesen besonderen Anblick festzuhalten.
Ein Stück Berlin in den Bergen
Natürlich darf das Wahrzeichen Berlins nicht fehlen und es weht die Berliner Flagge mit ihrem Bären auf der Hütte – mitten im Zillertal. Denn sie gehört seit ihrem ersten Bau, der 1879 eingeweiht wurde, der Berliner Sektion des Deutschen Alpenvereines.
Zwischen Glanz und Geschichte
Nostalgisch wird es erst recht, wenn man die Hütte betritt. Ich hatte das Gefühl, in eine Zeitmaschine zu geraten und konnte mich gar nicht satt sehen an den vielen Eindrücken, die auf eine frühere Zeit hinweisen. Egal ob Emailschilder mit Formulierungen wie vor hundert Jahren, ein extra Herren- und Damensaal, die fünf Meter hoch sind, jetzt wird natürlich nicht mehr nach Geschlecht getrennt, was damals undenkbar gewesen wäre. Prächtige Kronleuchter, ein riesengroßer Treppenaufgang, der seinesgleichen sucht, sind noch Gegenstände aus den ersten Jahren der Berliner Hütte. Hier fühlt man sich momentan wirklich, als ob man einen Zeitsprung 100 Jahre rückwärts vollbracht hat. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern, denn die Berliner Hütte steht unter Denkmalschutz und so wird sie ihren besonderen Charme sicher behalten. Aber keine Sorge, die Hütte erzählt Geschichte – bei den Waschräumen und Ladestationen für Handys, ist man dagegen ganz in der Gegenwart angekommen.
Gastgeber mit Herz und Liebe zu ihrer Berliner Hütte
Mit den Hüttenwirten Maike und Florian hat der Berliner Alpenverein vor fünf Jahren die richtige Wahl getroffen. Denn sie verstehen es bestens, die hungrigen Wanderer zu verwöhnen. Florian ist gelernter Koch und versorgt die Gäste perfekt mit Tiroler Küche. Maike ist für das Wohl der Gäste im Gastraum und das ganze Rundherum zuständig. Von selbst gemachten Schupfnudeln über ein würziges Tiroler Cordon bleu mit Graukas bis hin zu köstlichen Knödelkreationen, herzhaften Brotzeiten, wohlschmeckenden Suppen und feinen Kuchen gibt es ein kulinarisches Highlight nach dem anderen. Wenn man diese noch wie ich auf der Terrasse bei Sonnenschein, mit einem atemberaubenden Panorama und Blick auf den gegenüberliegenden Gletscher, genießen kann, ist der Tag einfach perfekt.
Doch nicht nur die ausgezeichnete Küche und die herzliche Gastfreundschaft machen den Aufenthalt hier so besonders – es ist vor allem die einzigartige Atmosphäre dieses geschichtsträchtigen Ortes mitten in der beeindruckenden Bergwelt, die lange in Erinnerung bleibt. Es gibt einfach Orte in den Alpen, die man nicht nur besucht, sondern erlebt – und dazu gehört die Berliner Hütte definitiv. Eines ist sicher: Ich war dort ganz bestimmt nicht zum letzten Mal.
Infos
Start: Alpengasthof Breitlahner, Ginzling
Strecke: Einfach 9 km und 700 hm.
Was auch besonders gemütlich ist, sind die unzähligen kleinen Zimmer mit 2 Betten. Also nix mit großen Lagern.
Sehr schön ist der Gletscherweg. Dieser führt mitten durch die Alpenrosen, man startet am besten auf dem Rückweg direkt von der Hütte. Später führt der Weg wieder direkt zum anderen Weg.
Die Berliner Hütte gehört auch zum berühmten Berliner Höhenweg. Er ist eine der spektakulärsten Hüttenrunden in den Ostalpen. Mehrer Schutzhütten verbinden die 70 km dieser hochalpinen Tour.
Keine Sorge, wer vorher schon mal eine Pause braucht, es liegen drei Almen auf dem Weg zur Berliner Hütte.









