Die Perle Tirols
Kufsteiner Land / Von Karl Ganzer komponiert, durch Franzl Lang in der Volksmusik etabliert und durch Hansi Hinterseer präsentiert: das Kufsteiner Lied. Es erzählt von den Bergen, vom grünen Inn und von einer Stadt, die mehr ist als nur ihre Melodie. Wer Kufstein besucht, hört nicht nur das Lied, sondern spürt Geschichte in den Mauern, das Leben in den Gassen und die Tradition im Handwerk. Eine Stadt, die singt, lebt und überrascht.
Autorin: Jasmin Lutz
Eine Kutsche zieht gemächlich durch die Römergasse. Zwei Haflinger sind angespannt, das Fell glänzt golden im abendlichen Sonnenlicht. Mit kräftigen Schritten setzen sie Huf um Huf auf das alte Kopfsteinpflaster. Das gleichmäßige Klacken hallt zwischen den hohen Häuserwänden wider, vermischt sich mit dem Knarren der Räder, dem Wiehern der Pferde und dem leisen Klirren von Geschirr. Ein Bild, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Die Gasse selbst ist schmal, die Häuser drängen sich dicht aneinander. Ein Torbogen spannt sich über die Gasse, trägt den Schriftzug „Gasthof zur Post“ und wirkt wie ein Eingang in eine eigene Welt. Rote Fensterläden leuchten von den hellen Fassaden, Balkone mit ausladenden Blumen. Über den Eingängen hängen kunstvoll geschmiedete Wirtshausschilder. Manche Häuserwände sind mit Malereien geschmückt, die Geschichten aus vergangener Zeit erzählen. Der Blick zieht immer wieder nach oben – zu Erkern, Holzverzierungen und kleinen Details, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt. Folgt man der Gasse, öffnet sich das Auracher Löchl. Das Traditionswirtshaus vereint heute mehr denn je Vergangenheit und Gegenwart. Drinnen herrscht gedämpftes Licht, dunkle Holzbalken überspannen die Stube, die Mauern sind dick und schwer. Im Mittelpunkt: ein mächtiger grüner Kachelofen. Genau hier komponierte Karl Ganzer das Kufsteiner Lied.
Während der Text für immer an der Hausfassade des Auracher Löchl verewigt ist und die Erinnerungen an die ersten Töne in der Stube fast lebendig werden, begleitet einen die Melodie und der Text durch die Stadt. Das Lied erzählt von Kufstein – von der Festung hoch über der Stadt, vom glitzernden Inn, von grünen Wiesen und sanften Hügeln. Wer durch die Straßen geht, erkennt die Orte, an denen das Leben pulsiert, die Tradition gelebt wird und die Geschichte sichtbar bleibt. Und tatsächlich kann es um mittags 12 Uhr passieren, dass das Kufsteiner Lied erklingt. Dann ertönt das Mittagskonzert der Heldenorgel, der größten Freiorgel der Welt, deren 4.948 Pfeifen die Stadt Kufstein weit über ihre Grenzen hinaus erfüllen. Die Pfeifen sind im Bürgerturm der Festung untergebracht, während der Spieltisch im Festungsneuhof steht. Von hier aus werden die imposanten Klänge gelenkt, die sowohl Geschichte als auch Tradition hörbar machen. Wer die Stadt besucht, erlebt so eine besondere Verbindung: das Kufsteiner Lied, das einst im Auracher Löchl seinen Anfang nahm, erklingt nun in einer Dimension, die alle Häuser, Gassen und Mauern durchdringt und Kufstein mit seiner einzigartigen Melodie erfüllt.
Die Melodie der Heldenorgel klingt noch nach, während der Blick über Kufstein und seine Umgebung schweift. Hoch über der Stadt thront die Festung, unten schlängelt sich der grüne Inn durch das Tal, umgeben von sanften Hügeln, Wiesen und den imposanten Bergen Tirols. Genau diese Landschaft besingt das Kufsteiner Lied – eine Mischung aus Natur, Heimatgefühl und gelebter Tradition. Wer durch die Gassen geht, spürt nicht nur die Geschichte der Stadt, sondern auch die Verbundenheit der Menschen mit ihrem Land. Überall lebt die Kultur, die das Lied so eindrucksvoll besingt.
Gipfel, Tal, Freiheit
Als „Perle des Tirols“ besungen, als schönste Kleinstadt Österreichs 2024 vom größten deutschen Online-Reisemagazin ausgezeichnet und von Alpenliebhabern geschätzt und geliebt: Kufstein, Festungsstadt und Tirols zweitgrößte Stadt, fasziniert mit unvergleichlicher natürlicher Schönheit. Ein Fleck Erde, der alpinen Hochgenuss mit mediterranem Flair verbindet.
Eine Stadt, die alles hat: Berge, Wasser, Tiefgang. Zwischen Gipfeln und Flussläufen liegt Kufstein wie ein stiller Gewinner in den Alpen. Die Kufsteiner selbst schätzen an ihrer Heimat das mediterrane Flair. Eine Leichtigkeit, die sich in den Gassen, auf den Plätzen und entlang des Inns widerspiegelt. Direkt am Fluss gelegen versprüht Kufstein eine Lebensfreude, die es so nur am Wasser gibt: Entspanntes Verweilen in Straßencafés, laue Sommerabende und das Gefühl, dass hier das Leben ein Stückchen langsamer, aber umso intensiver pulsiert.
Und doch ist es die Natur, die diesem Lebensgefühl ihre Kulisse verleiht. Am Fuße des majestätischen Kaisergebirges gelegen, entfaltet sich rund um Kufstein eine Landschaft, die gleichermaßen Kraft und Ruhe schenkt. Hoch über der Stadt thront die historische Festung Kufstein, von deren Mauern sich ein atemberaubender Blick über die Bergwelt und das Tal eröffnet. Die Festungsstadt ist das Herz des Kufsteinerlandes, das mit seinen acht Orten Erl, Niederndorf, Niederndorferberg, Ebbs, Thiersee, Langkampfen, Schwoich und Bad Häring eine Region bildet, in der sich alpine Ursprünglichkeit und mediterranes Flair auf einzigartige Weise verbinden. Hier treffen Fels und Wasser, Tradition und Lebensfreude, Berggipfel und Flussufer in harmonischer Vielfalt zusammen.
Ob Kräuterwanderungen, alpine Käserei-Erlebnisse oder exklusive Whisky-Trails – rund um Kufstein wartet die Natur mit unzähligen Momenten voller Genuss und Abenteuer. Drei besondere Highlights zeigen, wie hier Berg, Tal und Geschmack aufeinandertreffen.
Ackernalm: Im Einklang mit Natur, Bergen und Tieren
Die Ackernalm liegt im malerischen Thierseetal bei Kufstein auf 1.350 Metern. Über eine gut ausgebaute Mautstraße führt der Weg vorbei an saftig grünen Wiesen und beeindruckenden Bergpanoramen hinauf zur Alm, deren Ruhe und Schönheit schon von weitem erkennbar sind.
Von Juni bis September grasen rund 120 Kühe friedlich auf den alpinen Wiesen. Ihre Milch, geprägt von reiner Almwiese und aromatischen Bergkräutern, bildet die Grundlage für den BIO-Käse der Ackernalm. Die Tiere leben nach den Prinzipien der biologischen andwirtschaft: keine Kunstdünger, keine Pestizide, kein Kraftfutter. Die natürliche Fütterung verleiht der Milch alpine Frische und feine Kräuternoten, die direkt in den Käse übergehen.
Die Kühe sind zentrale Partner des Käsehandwerks, ihr Tagesrhythmus bestimmt Melkzeiten und Weidegang. In der Käserei treffen Tradition und Moderne aufeinander: Über 50 Jahre prägte Käsemeister Hans Degeser die Alm, seit 2021 führen die Bio-Bauern aus Thiersee die Produktion fort. Jede Entscheidung zielt darauf ab, den natürlichen Charakter der Milch zu bewahren.
So entsteht Käse, der mehr ist als ein Lebensmittel – ein Stück lebendige Alm, Ausdruck der Tiere und der unberührten Natur, die sie umgibt. Jede Sorte erzählt von Ruhe, Harmonie und dem respektvollen Miteinander von Mensch und Tier, ein Genuss für Sinne und Seele.
Malerischer Blick ins Kaisergebirge.
Blick auf Kufstein
Hoch hinaus beim Kaisertaler Whisky Trail
Die Route des Kaisertaler Whisky Trails führt durch eine der schönsten Landschaften Österreichs. Wandernd eröffnen sich grüne Wälder, blühende Almwiesen und kristallklare Bergbäche, während das majestätische Kaisergebirge in seiner ganzen Pracht über die Täler wacht. Wenn Whisky auf ein atemberaubendes Bergpanorama trifft, wird Genuss zum Abenteuer: Rauchige Aromen verschmelzen mit der frischen Bergluft, jeder Schluck erzählt von Handwerk, Tradition und der Freiheit der Alpen. Ein Erlebnis, das nicht nur den Gaumen, sondern alle Sinne berauscht. Der Trail vereint Abenteuer und Erholung. Die Welt des Single Malt Whiskys offenbart sich inmitten der Tiroler Bergwelt, kulinarische Spezialitäten bereichern die Pausen in den Hütten, und die Landschaft lädt zu stillen Momenten der Naturbeobachtung ein. Die Strecke ist für Wanderer aller Schwierigkeitsgrade geeignet und eröffnet unvergessliche Eindrücke auf dem Weg durch das Kaisertal und den Wilden Kaiser. Stationen wie das Hinterbärenbad, der Alpengasthof Pfandl, das Stripsenjochhaus, das Weinbergerhaus und die Crownhill Destillerie am Kronbühelhof in Schwoich setzen besondere Akzente und verbinden Natur, Genuss und Tradition auf einzigartige Weise.
Unterwegs mit Maria Bachmann im Naturschutzgebiet Kaisergebirge
Das Kaisergebirge ist ihre Heimat, die Kräuter der Bergwelt ihre Leidenschaft und der Kaiserlift ihr liebstes Transportmittel. Maria Bachmann aus Erl verzaubert nicht nur mit ihrem ansteckenden Lächeln, sondern auch mit spannenden Kräuterfakten und ihrer Liebe zu den Kufsteiner Bergen. Eine Wanderung mit ihr bedeutet Erdung und Achtsamkeit: der Duft frischer Bergkräuter, das Summen der Insekten und natürlich die atemberaubenden Panoramablicke auf das Kaisergebirge.
Gemächlich schwebt der Kaiserlift in rund einer halben Stunde hinauf ins Bergparadies. Zeit genug, um die Schönheit der Natur in sich aufzusaugen. Der besondere Vorteil des Einersesselliftes: Keine Ablenkung, keine Gespräche – nur Stille, Vogelgezwitscher und der eigene Atem. Ein intensives Eintauchen in die alpine Welt, die mit ihren Überraschungen aufwartet. Plötzlich zeigt sich zwischen den Bäumen eine Rehmutter mit ihrem Kitz – ein zuckersüßer Moment, der bleibt. Oben angekommen bleibt der Blick unweigerlich hängen und Maria deutet lachend auf das Panorama. Nebelschwaden ziehen sanft über die grünen Almwiesen und verlieren sich in den steilen Felswänden des Wilden Kaisers. Das Spiel aus Licht und Schatten verleiht der Szenerie etwas Magisches, fast Mystisches. Es ist einer dieser Momente, in denen man unwillkürlich innehält, tief durchatmet und spürt, wie klein, aber zugleich wie verbunden man in dieser Bergwelt ist. Schon im Tal hat uns Maria herzlich begrüßt und sofort für die kleinen Wunder der Natur sensibilisiert. Mit jedem Schritt, den wir nun gemeinsam auf dem Berg tun, öffnet sie uns die Augen für das, was vielen verborgen bleibt: Unscheinbare Kräuter am Wegesrand, die ihre ganz eigene Geschichte erzählen, zarte Blüten, die im Wind schaukeln oder der würzige Duft, der in die Nase steigt.
Die Kräuterexpertin und Phytotherapeutin betrachtet jedes Gras, jeden Halm, jedes Kraut als stecke darin etwas Lebendiges. So wie an den Wiesenrändern, wo sie ins Hinhocken gerät, als würde sie dort verborgene Schätze entdecken: Thymian, Schlüsselblume, Scharbockskraut. Dann beginnt sie zu erzählen – von ihrem Lieblingskraut, dem wilden Majoran. Mit leuchtenden Augen beschreibt sie, wie sie die Pflanze für fast alle Teemischungen und zum Würzen fast aller Speisen nimmt. „Das feinwürzige Aroma erinnert an Bergwiesen und tut der Seele wohl“, so Maria.
Im Gespräch wird schnell klar: Viele dieser Pflanzen sind weit mehr als nur hübsche Begleiter am Wegesrand. Sie enthalten Kräfte, die seit Jahrhunderten zur Linderung von Beschwerden genutzt werden – sei es die beruhigende Wirkung der Melisse, die entzündungshemmende Kraft des Salbeis oder die stärkenden Eigenschaften des Spitzwegerichs. „Aus der Natur für den Menschen und im besten Sinne auch für die Natur selbst“, sagt Maria. Denn wer die Pflanzen achtet, lernt zugleich auch, achtsam mit der Umwelt umzugehen. Und doch betont sie mit einem Augenzwinkern: So wertvoll die Kräuter sind, sie ersetzen in ernsten Notfällen natürlich keine moderne Schulmedizin. Vielmehr sind sie eine liebevolle Ergänzung, die Körper und Geist im Alltag wohltuend begleiten können.
Eine Wanderung mit Maria (für Gäste des Kufsteinerlandes kostenfrei) ist so viel mehr als nur ein Spaziergang in der Natur – es ist ein Eintauchen in altes Wissen, ein Innehalten im Augenblick und ein Lernen fürs Leben.
Während eines Spaziergangs mit Maria Bachmann erfährt man so einiges über das Kaisergebirge, die Kräuter und die Landschaft.
Schmecken, trinken, genießen
Genuss beginnt oft im Kleinen: mit dem Duft von frisch gebackenem Brot, dem Aroma würziger Kräuter oder dem ersten Schluck eines feinen Getränks. In Kufstein aber wird Genuss zu einem Erlebnis, das alle Sinne umschließt. Die Stadt lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen, innezuhalten und sich durch eine Welt voller Aromen und Köstlichkeiten führen zu lassen.
Überall, wo man hinschaut, spürt man die Leidenschaft für das Gute: in den einladenden Gasthäusern, wo traditionelle Tiroler Küche auf moderne Interpretationen trifft, auf den Märkten, auf denen regionale Erzeuger ihre Produkte präsentieren, in kleinen Feinkostläden, die mit Liebe und Kreativität zusammengestellte Delikatessen anbieten. Hier erzählt jeder Bissen eine Geschichte – von Handwerk, Tradition und von Menschen, die mit Herzblut ihre Produkte herstellen.
Kufstein ist aber nicht nur ein Ort für Liebhaber klassischer Schmankerl. Wer die Stadt erkundet, stößt auf kleine, feine Manufakturen, in denen Handwerk und Experimentierfreude zusammentreffen. In der Crownhill Destillerie entstehen edle Brände, bei deren Herstellung jedes Detail zählt. Bei Bierol hingegen wird Craft-Bier mit großer Leidenschaft gebraut, jedes Glas ein kleines Kunstwerk aus Hopfen, Malz und Kreativität.
So zeigt Kufstein, dass Genuss hier mehr ist als nur Essen und Trinken. Es ist ein Erlebnis, das man Schritt für Schritt, Schluck für Schluck, Bissen für Bissen erlebt. Eine Einladung, die Sinne zu öffnen, Neues zu probieren und die kulinarische Vielfalt dieser Stadt in all ihren Facetten zu entdecken.
Manfred Höck mit seiner Frau.
Nur einen Schritt entfernt vom Geburtsort des Kufsteiner Lieds: die Stube vom Auracher Löchl
Wo Natur ins Glas fließt
Auf dem Kronbühelhof leben vier Generationen umgeben von Streuobstwiesen, Kühen, Bienen und Hühnern. Hier entstehen nicht nur Früchte und Honig, sondern auch die Leidenschaft für feine Edelbrände. Zwischen blühenden Obstgärten und duftenden Kräutern experimentiert Manfred Höck mit Aromen, die vom Hof bis ins Glas reichen.
Bei sanftem Nieselregen wirkt das Anwesen von Manfred Höck und seiner Familie wie ein verstecktes Kleinod mitten in der Natur. Das Haus aus grauem Stein, robust gebaut wie die schottischen Cottages, strahlt Ruhe und Beständigkeit aus. Hinter großen Holztüren, die fast an Tore erinnern, verbirgt sich die Destillerie – ein Ort, an dem Früchte, Kräuter und Kiefern zu edlen Bränden, Gin und Whisky verarbeitet werden. „Dass das Gemäuer an ein schottisches Anwesen erinnert, ist kein Zufall. Schottland ist schließlich die Wiege des Whiskys“, so Manfred Höck stolz.
Doch Manfred Höck ist weit mehr als nur Destillateur. Seine Wurzeln liegen in der Landwirtschaft, und bis heute schlägt sein Herz für das Arbeiten mit und in der Natur. Mit derselben Sorgfalt, mit der er Felder bestellt und Tiere versorgt, widmet er sich auch dem Brennen seiner edlen Tropfen. Neben der Destillerie zeugt der Hof von einer beeindruckenden Vielfalt: In den Bienenstöcken summt es geschäftig, denn Höck ist leidenschaftlicher Imker. Seine Hühner scharren frei im Garten, der mit Kräutern, Obstbäumen und Blumen eine wahre Schatzkammer für seine Brände ist. Hier findet er nicht nur die Zutaten für Gin und Likör, sondern auch Ruhe und Inspiration. Er lebt nach dem Motto: Nur wer im Einklang mit seiner Umgebung lebt, kann etwas Echtes und Authentisches schaffen.
Wie er zum Brennen kam? „Mit Obstbäumen im Garten liegt nichts näher, als Obstbrände zu machen“, erzählt Höck schmunzelnd. Schon sein Vater stellte neben der Landwirtschaft hobbymäßig köstliche Schnäpse her – ein Handwerk, das sich still und leise in die Familie eingeschrieben hat. „Ich bin da einfach reingerutscht“, sagt er, „und habe das Geschäft im Lauf der Jahre Schritt für Schritt ausgebaut und verfeinert.“
Heute entstehen in seiner Destillerie nicht nur klassische Obstbrände, sondern auch Gin und Whisky, die regelmäßig prämiert werden. Längst ist das Brennen für Manfred Höck weit mehr als ein Hobby. Es ist Passion, Profession und Ausdruck seines ganz eigenen Zugangs zur Natur.
Einladung zur Verkostung
Wer die Schätze von Manfred Höck entdecken möchte, kann eine Schnapsverkostung in der Crownhill Destillerie in Schwoich buchen. Innerhalb von zwei bis drei Stunden führt der Brenner persönlich durch seine Welt der Aromen – vom fruchtigen Edelbrand über würzigen Gin bis hin zum edlen Whisky. Eine Gelegenheit, Hof, Handwerk und Genuss hautnah zu erleben.
Crownhill Destillerie www.edelbrandbrennerei.at
Kleine Dose, großes Kino
Manchmal reicht ein vertrautes Geräusch, um eine Geschichte zu beginnen – wie das Zischen einer Dose. Schon beim ersten Schluck entfaltet sich etwas, das anders ist: ein Spiel aus Aromen, mutig gebraut und frei gedacht. Bierol ist nicht einfach Bier, sondern Überzeugung, Haltung und pure Leidenschaft. Wer hier Gewohnheit erwartet, hat die falsche Dose in der Hand.
Ein Donnerstag im August, 16 Uhr. Auf dem Stöfflhof herrscht geschäftiges Treiben. Zwischen goldgelben Getreidefeldern, auf denen Wildschönauer Weizen und Inntaler Roggen wachsen, rennen Menschen aufgeregt von einem Ort zum anderen. Kabel werden verlegt, Zelte aufgebaut, Bierfässer gekühlt, Listen abgehakt. Mitten in diesem Chaos steht Lisa, Geschäftsführerin von Bierol, Marketingexpertin, Powerfrau. Während um sie herum alles pulsiert, behält sie den Überblick. Sie hat sogar noch Zeit Besucher zu empfangen, ihnen die Brauerei zu zeigen und Fragen zu beantworten. Gleichzeitig plant sie die letzten Details fürs große Bierfest am Wochenende. Beeindruckend.
Zwischen all dem Trubel bietet Lisa Getränke an: Bier, was sonst. Mit strahlenden Augen erzählt sie von der Geschichte von Bierol. Wenn sie Anekdoten erzählt, von den Anfängen am Stöfflhof berichtet oder an die ersten Sudversuche denkt, große Begeisterung mit. Man merkt bei jedem ihrer Worte die Liebe zum Bier, die Faszination für Handwerk, Geschmack und Experimente.
Sie berichtet von ihrer Arbeit als Bierjournalistin, wie ein Filmprojekt sie in die Branche brachte, von Christoph, der 2013 in den USA die Craft-Bier-Szene entdeckte und die Inspiration nach Tirol mitbrachte, und von den ersten Tagen von Bierol sowie vom Mountain Pale Ale, das gleich beim Wiener Craft-Bier-Fest Publikumsliebling wurde. Zwischendurch erzählt sie lachend, wie sie Christoph auf einer Messe kennenlernte. „Ich wusste, diesen Mann werde ich heiraten.“ Noch heute ist das Lieblingsthema der beiden Bier. Leidenschaft und Liebe verbinden hier Menschen, Hof und Hopfen.
Vom Hof zur Braukunst
Zwischen dem geschäftigen Treiben auf dem Hof wirft Lisa einen Blick über das Anwesen. Und da ist er: Christoph, ihr Mann. Kurz treffen sich ihre Blicke, dann fährt sie fort. Alles begann, als Peter Bichler den Stöfflbräu gründete, die erste Brauerei im Bezirk Kufstein. Auf dem Stöfflhof experimentierte er mit Hopfen und Malz, suchte nach Rezepten, feilte an den ersten Sudversuchen und legte damit den Grundstein für die Brautradition, die heute Bierol ausmacht. Jahre später reiste Sohn Christoph in die USA und entdeckte dort die bunte, wilde Welt des Craft-Biers. Zurück in Tirol trug er diese Inspiration wie einen Funken in sich – bereit, etwas völlig Neues zu entfalten.
Gemeinsam mit Freunden gründete er schließlich Bierol. Schon der erste Sud, das Mountain Pale Ale, sorgte für Aufsehen: Beim Wiener Craft-Bier-Fest wurde es zum Publikumsliebling gekürt und setzte ein Ausrufezeichen für Tirols neue Bierkultur. Bald darauf begann eine Phase des Experimentierens und Ausprobierens, in der Bierol neue Sorten entwickelte und die Craft-Bier-Szene in ganz Europa erkundete.
Der nächste große Schritt folgte mit der Eröffnung des Bierol Taprooms und Restaurants unter der Leitung von Christophs Schwester Caroline. Hier wurden Bier und Kulinarik neu gedacht, ein Ort geschaffen, an dem jedes Getränk, jede Mahlzeit und jedes Gespräch Geschichte erzählt. Schließlich stieg Lisa, die als Bierjournalistin bereits tief in die Materie eingetaucht war, in das Unternehmen ein. Mit ihr kam nicht nur frischer Wind, sondern auch die Leidenschaft, die Philosophie von Bierol nach außen zu tragen. Geschichten über Bier, über Handwerk, über Menschen, die mit Herzblut dabei sind.
Zwischen Rückbesinnung und Neubau
Dann plötzlich: Stillstand. Die Corona-Pandemie brachte alle Pläne ins Wanken und ins Stocken. „Wir wollten erweitern, uns vergrößern, stattdessen haben wir uns auf unsere Wurzeln besonnen. Rückblickend war die Pandemie das Beste, was uns passieren konnte“, so Lisa. Landwirtschaft und Braukunst sollten noch enger miteinander verbunden werden. Bald wuchsen eigenes Braugetreide auf den Feldern, und die Schwäbisch-Hall- und Duroc-Schweine wurden Teil des natürlichen Kreislaufs auf dem Hof.
Mit diesen Grundlagen im Rücken begann die Planung für eine neue Produktionshalle, die den Hof optisch integrieren und gleichzeitig die Kapazitäten verdoppeln sollte. Als sie schließlich eingeweiht wurde, verband modernste Technik mit traditionellem Handwerk – ein Ort, an dem Ideen gären, Experimente blubbern und Bierol weiter über die Grenzen Tirols hinaus sichtbar wird.
Heute, nach zehn Jahren moderner Tiroler Bierkultur, blickt das Team auf eine Dekade voller Leidenschaft, Innovation und gelebter Brautradition zurück. Wie Lisa betont: „Qualität ist die Sache, warum es uns überhaupt noch gibt. Es ist nicht nur buntes Design, sondern der qualitative Faktor. Wir schauen, dass die Rezepte so cool wie nur möglich werden.“
BIEROL Brauerei in Schwoich www.bierol.at
Wurzeln, Wissen, Wandel
In Kufstein spürt man Tradition an jeder Ecke: in historischen Mauern, in Handwerkskunst, die seit Generationen gepflegt wird, und in Geschichten, die von Beständigkeit und Leidenschaft erzählen. Die Stadt ist ein Zuhause für Unternehmen, die tief in ihrer Geschichte verwurzelt sind und gleichzeitig lebendig in die Gegenwart wirken. Ob der Fohlenhof Ebbs, das renommierte Riedel-Glas oder das Auracher Löchl – hier wird Tradition erlebbar.
Tiroler Kulturgut auf vier Hufen
In Ebbs trifft sich die Welt: Menschen aus Australien, aus Amerika, aus Spanien, aus Deutschland, aus Asien. Der Grund: die Haflinger des Fohlenhofs Ebbs. Diese Pferde strahlen eine unvergleichliche Wärme aus, ihre großen, dunklen Augen wirken tief und verständnisvoll, als könnten sie die Gefühle jedes Einzelnen lesen. Das goldene Fell glänzt im Sonnenlicht, die Mähnen kunstvoll im Zopf gebunden, und jeder Schritt vermittelt eine kraftvolle Ruhe. Wer ihnen begegnet, spürt sofort Geborgenheit, Freude und die stille Verbindung zwischen Mensch und Tier – eine Begegnung, die lange im Herzen nachklingt.
Doch der Fohlenhof ist weit mehr als ein Ort der Begegnung. Er ist Herzstück einer jahrzehntelangen Tradition, in der Zucht, Pflege und Training der Haflinger mit Leidenschaft und Fachwissen betrieben werden. Seit seiner Gründung 1947 durch den Haflinger-Visionär Otto Schweisgut als Verbandsgestüt des Haflinger Pferdezuchtverbandes ist der Fohlenhof ein Garant für nachhaltige Hengstaufzucht, die Erhaltung aller Blutlinien und eine größtmögliche genetische Vielfalt. 2022 feierte er stolz sein 75-jähriges Bestehen – ein Meilenstein, der für Beständigkeit und Weitblick steht.
Von Ebbs aus hat das Tiroler Haflinger Pferd die Welt erobert: Heute gibt es über eine Viertelmillion Haflinger in mehr als 40 Ländern. Damit ist es nicht nur ein treuer Freizeitpartner, sondern auch ein lebendes Tiroler Kulturgut und fester Bestandteil der Tiroler Geschichte.
Besucher können diese besondere Atmosphäre hautnah erleben – bei Spaziergängen über die Weiden, beim Beobachten der Jungpferde im Spiel oder beim Reiten unter fachkundiger Anleitung. Ein Tag am Fohlenhof ist mehr als ein Ausflug: Er ist ein Eintauchen in eine Welt, in der Ruhe, Vertrauen und Respekt vor der Natur selbstverständlich sind.
Oder wie es Gestütsleiter Robert Mair zusammenfasst: „Das Haflinger Pferd, eine Tiroler Erfolgsgeschichte. Die Kombination von Pferdezucht auf höchstem Niveau, nationalen und internationalen Pferdezucht- und Pferdesportveranstaltungen, Ausbildungszentrum für Mensch und Pferd und touristischem Angebot wird österreichweit nirgendwo anders an einem Gestüt so angeboten und hat auf dem Sektor der Pferdewirtschaft absoluten Leitbildcharakter in Österreich.“
Der Fohlenhof Ebbs ist damit nicht nur ein Zentrum der Zucht, sondern auch ein Ort, an dem die Seele Tirols in jedem Hufschlag spürbar wird: authentisch, kraftvoll und weltweit einzigartig.
Auracher Löchl: Sechs Jahrhunderte gelebte Gastfreundschaft
Wer in eine andere Welt eintauchen möchte, der mietet sich bei Christian Walch im Auracher Löchl ein. Die Römergasse lebt durch Authentizität, ihrem historischen Charme und der lebendigen Verbindung von Tradition und Moderne. Hinter den alten Fassaden verbergen sich liebevoll gestaltete Zimmer, die Geschichte erzählen und gleichzeitig modernen Komfort bieten. Jeder Raum, jedes Detail vermittelt das Gefühl, Teil einer längst vergangenen Epoche zu sein, ohne auf Annehmlichkeiten von heute verzichten zu müssen. „Mir war es wichtig, das Alte zu bewahren. Die 2.000 Jahre alten Mauern wurden nicht einfach entfernt, sondern in unser Raumkonzept integriert“, erklärt Christian Walch. So entstanden Suiten, die durch ihre Einzigartigkeit und besondere Atmosphäre überzeugen. Es ist ein Ort, an dem Geschichte erlebbar wird und jeder Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis wird.
Seit über 600 Jahren ist das Auracher Löchl ein beliebter Ort zur Einkehr in Kufstein. Wer die Stadt kennt, kennt auch die Römerhofgasse und den Genusshof Auracher Löchl – damals wie heute ein Treffpunkt für Reisende, Einheimische und Stadtbewohner. Schon im 14. Jahrhundert bot der schützende Festungsberg Rückhalt, während der grüne Inn als Lebensader diente. Die Lage nahe den Stadttoren und in direkter Nähe zur Festung machte den Hof stets zu einem wichtigen Bestandteil des städtischen Lebens. Zahlreiche „gute Geister“ sollen das Auracher Löchl über Jahrhunderte beschützt haben und es vor Unheil bewahrt haben, das andere Teile der Stadt traf.
Der Charme des historischen Bauwerks bleibt erhalten, während das Auracher Löchl gleichzeitig am Puls der Zeit ist. Als eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Kufstein können Gäste hier die Geschichte der Stadt hautnah erleben und gleichzeitig modernen Komfort genießen.
Direkt im Auracher Löchl versteckt sich zudem die exklusive Gin Bar Stollen 1930 – ein Highlight für alle, die den Tag stilvoll ausklingen lassen möchten. 90 Meter tief im Festungsberg eingebettet, empfängt die Bar ihre Gäste mit einer gelungenen Mischung aus lässiger Eleganz und stilvoller Einrichtung. Die Gin Gallery mit über 1.000 Sorten, im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet, macht den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Glas in Vollendung: ein Blick hinter die Kulissen von Riedel
Zwischen glühenden Öfen, loderndem Feuer und flirrender Hitze formen die Glasbläser von Riedel Weingläser, Karaffen und zahlreiche weitere Meisterwerke. Jedes ist ein Unikat. Wer ihnen zusieht, spürt die Leidenschaft, das Können und die Geduld, die in jedem Stück Glas stecken.
Riedel ist nicht nur ein Ort der Glasfertigung, sondern ein Symbol jahrzehntelanger Tradition und Innovationskraft. Seit Generationen verbindet das Unternehmen handwerkliches Können mit einem tiefen Verständnis für Wein, Geschmack und Ästhetik. Jedes Glas ist darauf ausgelegt, den Charakter des Weines zu unterstreichen – die perfekte Symbiose von Funktion, Form und Schönheit.
Besucher haben die Möglichkeit, diesen Prozess hautnah zu erleben: beim Beobachten der Glasbläser bei der Arbeit, beim Staunen über das Spiel von Feuer, Luft und flüssigem Glas oder beim Verkosten von Wein aus den eigens gefertigten Gläsern. Für viele ist ein Besuch bei Riedel mehr als ein Blick hinter die Kulissen – es ist ein Eintauchen in eine Welt, in der Präzision, Leidenschaft und Tradition auf höchstem Niveau zusammenkommen.
Die Geschichte der Familie Riedel als Glasmacher ist geprägt von bewegenden Legenden, großen Erfolgen und tiefen Rückschlägen. Wirtschaftskrisen, gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Tragödien begleiteten die Familie über Generationen hinweg. Der Zusammenbruch der Monarchie, die sozialen Veränderungen in der neu gegründeten Tschechoslowakei und die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise stellten die Firma Riedel immer wieder vor enorme Herausforderungen. Doch mit Geschick, Kreativität und unerschütterlichem Durchhaltevermögen meisterten sie sie.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Familie Riedel in Böhmen alles: Fabriken, Besitz und Privatvermögen. Walter Riedel, die achte Generation, wurde für zehn Jahre in Russland inhaftiert, und die Zukunft schien ungewiss. Doch durch seinen Mut und seine Entschlossenheit konnte die Tradition der böhmischen Glasmacherkunst in Österreich – in Kufstein/Tirol – neu erblühen. Heute führt Maximilian Riedel das Unternehmen erfolgreich in der 11.Generation. Immer wieder hat sich die Familie Riedel neu ausgerichtet, mit unermüdlichem Blick nach vorne, stets getrieben von Leidenschaft für das Glas.
Glasmachen hautnah
Besucher können in die faszinierende Welt des Glasmachens eintauchen: Beobachten Sie die Meister bei ihrer Arbeit, spüren Sie die Hitze der Öfen, die Präzision jeder Bewegung und die Leidenschaft, die in jedem einzelnen Stück Glas steckt. Eine Erfahrung, die Tradition, Handwerkskunst und menschliche Geschichte auf besondere Weise miteinander verbindet.
Weitere Infos unter www.riedel.com





















