Ein Winter voller Licht und Leichtigkeit
Über den Dächern Merans
Meran / Wenn sich der Winter über das Meraner Land legt, verwandelt sich die Landschaft in ein Märchen aus Licht und Leichtigkeit. Dort, wo Palmen und Zypressen selbst im Dezember an die milde Seite Südtirols erinnern. Dort, wo eine schier endlose Weite bezaubert, wenn sich der Winter über das Land legt. Dort, auf dem Hochplateau zwischen Hafling, Vöran und Meran 2000, mehr als eintausend Meter über der zweitgrößten Stadt Südtirols. Hier treffen alpine Frische und mediterrane Leichtigkeit aufeinander. Eine Kombination, die ihresgleichen sucht.
Autor: Benni Häfner; Fotos: Manuel Kottersteger
Schon die Auffahrt ins Skigebiet hat etwas Feierliches. Die Kabinenbahn schwebt über den Baumwipfeln, und mit jedem Höhenmeter weitet sich der Blick. Zuerst verstummt der Trubel der Stadt. Dann öffnet sich die Bühne der Berge. Oben empfängt einen klare Luft, strahlendes Licht – und ein Panorama, das sprachlos macht. Die Alpen leuchten bis zum Horizont. Von der Brentagruppe, bis zum Ortler!
Meran 2000 ist kein Skigebiet für Extremsportler. Es ist ein Ort für Genießer. Auf 40 sonnigen Pistenkilometern fühlen sich vor allem Familien, Anfänger und Wiedereinsteiger wohl. Niemand muss hier Rekorde brechen. Es geht ums gemeinsame Lachen, ums Staunen. Um ein Stück vom Glück im Schnee.
Kids sind hier in ihrem Element. In der prämierten Skischule lernen sie mit spielerischer Leichtigkeit, wie man sicher die ersten Abfahrten meistert. Ein Zauberteppich bringt sie mühelos wieder nach oben. Und auch wenn die Schwünge noch unsicher sind – die Freude ist echt. Natürlich bleibt dabei auch Zeit zum Spielen, Toben oder für eine Schneeballschlacht. Und wer den Rausch der Geschwindigkeit erleben möchte, steigt in den Alpin Bob. Die Schienenrodelbahn rauscht durch Kurven und Tunnel, und für ein paar Minuten fühlen sich sogar Erwachsene wieder wie Kinder.
Die Region über Meran bietet aber noch mehr: Auf Schneeschuhen über stille Höhenzüge zu wandern, hat etwas Meditatives. Das Knirschen unter den Sohlen. Der Atem in der klaren Luft. Der Blick streift dabei weit über Täler und Berge. Auch Winterwanderungen, Rodeln oder kleine Skitouren schenken unvergessliche Stunden. Abwechslung? Die gibt es hier überall!
Zur Mittags- und Abendzeit locken schließlich die Hütten. Sie sind nicht nur willkommene Rastplätze, sondern wahre Wohlfühloasen. Auf den Sonnenterrassen breitet sich schnell Wärme aus, selbst wenn die Luft kalt ist. Die Küche bringt derweil das Beste aus zwei Welten auf den Tisch: Südtiroler Herzhaftigkeit und mediterrane Raffinesse. Knödelsuppe oder hausgemachte Pasta. Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel. Alles schmeckt, alles duftet. Und wie auf der Piste, ist es der Moment, der zählt.
Das spürt man selbst unten im Tal. Hotels und Ferienwohnungen sind fast ausschließlich familiengeführt. So bekommt Gastfreundschaft ein Gesicht. Manche Häuser glänzen mit Wellness und Luxus, andere mit Schlichtheit und Wärme. Überall aber ist die Verbindung von Tradition und Moderne spürbar. So werden alte Rezepte neu interpretiert, Gerichte mit zeitgemäßem Esprit verfeinert.
Ein Erlebnis, das besonders tief berührt, ist eine Kutschenfahrt durch die Heimat der Haflinger Pferde. Eingehüllt in warme Decken gleitet man gemächlich durch den Schnee. Nur das Knirschen der Kufen und das rhythmische Schnauben der Tiere begleiten die Fahrt. Es ist eine Rückkehr zur Einfachheit. Ein Moment, den man nicht vergisst.
So zeigt das Meraner Land im Slow Winter seine ganze Vielfalt. Skifahren, Genießen, Staunen. Aktivität und Stille. Eine eingespielte Harmonie aus Natur, Kulinarik und Herzlichkeit. Ein Winter, der nicht laut sein muss, um groß zu wirken.










